10.09.2017 LETZTER BIERGARTENTAG

Ab dann beginnen die Vorbereitungen für die Riegele AlmHütte!


Auf unserer Terrasse im Wirtshaus servieren wir das ganze Jahr Sonne und Bier

 

 

Die Riegle AlmHütte von Mitte Oktober bis Mitte Januar im Riegele Biergarten

Feiern/Tagen in uriger Atmosphäre für bis zu 120 Personen

 

Riegele AlmHütten Brunch

Ab dem 15.10.2017 zelebrieren wir jeden Sonntag von 11.00-14.30 Uhr unseren Hütten Brunch.

Vom saftigen Braten über vegetarische Schmankerl bis zum hausgebackenen Frühstücksbrot mit unseren hausgemachten Marmeladen für alle Spätaufsteher

Kurz – urige Schmankerl in uriger Atmosphäre für 22,50€ p.P. (Kinder unter 12j 50% unter 6 frei) inkl. Kaffee/Tee

 (Begrenzte Kapazität!)

Anfragen und Reservierung HIER

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom Lust- zum Biergarten

Blog der Augsburger Allgemeine "augsburg ab acht",
geschrieben von Mirjam Zissler

Ein Lustgarten war es: mit Schattenwegen zwischen den gestutzten Taxushecken, mit Plastiken aus der griechischen Mythologie, mit einer meterhohen Wasserfontäne, in der sich das Sonnenlicht brach und die Wasser spendete für die blühenden Geranien und Rosen, für Lorbeer und Agaven. In dem Lustgarten, der sich von dem Anwesen an der Frölichstraße bis zum Bahndamm an der Sieglindenstraße erstreckte, wurde gefeiert. Der Kunstverleger Santo Tessari (1759 - 1842) erwarb es für seine Familie und gab dort für seine Freunde und Geschäftspartner Feste und Soireen. Heute ist es kein Lustgarten mehr, gefeiert wird trotzdem – jetzt allerdings im Biergarten.

 

Seit vergangenem Jahr sitzen hier Menschen in Scharen, essen, trinken und lachen. Aus dem Lautsprecher tönt bayerische Musik. Ein bisschen heile Biergarten-Welt, die sich vor einem erstreckt, wenn man den Rundbogen am Eingang des Riegele-Biergartens passiert hat. „Durchgestylt“, findet das eine Freundin, „schön“ der Georg, der sich aber an den breiten, wuchtigen Holztischen stört. Im Biergarten will er enger zusammenrücken. Richtige Bierbänke gibt es da aber nur für die Kleinen. Der Biergarten ist groß und gut besucht. Vergessen sind da schon fast die holprigen Anfänge im vergangenen Jahr, als sich vor den Containern lange Schlangen bildeten.

 

Den Kinderkrankheiten ist der Riegele-Biergarten nah beim Bahnhof entwachsen, Container gibt es nicht mehr, dafür holen sich die Besucher ihre Getränke und Essen an der Theke und sind sehr schnell wieder zurück an ihrem Platz. Ich sitze immer so, dass ich das Haus sehen kann, das mir schon als jungem Mädchen so gut gefallen hat. Nun wirkt es neben all dem Tohuwabohu aus Stimmengewirr, Kinderlachen und Marsch-Musik plötzlich ganz klein, tritt in den Hintergrund, dabei hat es so viel Aufmerksamkeit verdient. Nach den Tessaris war es in Augsburg als Schmidsches Gartengut bekannt.

 

Vor 90 Jahren schließlich erwarb es der Augsburger Baumeister Erwin Gesswein, der es zunächst als Sommerhaus nutzte. Bald verlegte er seinen Wohnsitz dorthin, beließ seinen Arbeitssitz aber in der Heilig-Kreuz-Straße. Im unteren Teil des Gartens befand sich das Lager seines Baubetriebs, heute erstreckt er sich noch bis zum Finanzamt Augsburg-Land, bietet aber immer noch Platz genug für hunderte Biergartenbesucher.

 

Der Betrieb hat in der Kürze der Zeit ein großes Stammpublikum für sich gewinnen können. In dem Garten, der dem Gast Georg vorkommt wie ein Münchner Biergarten, scheinen sich die Augsburger wohlzufühlen. Nicht nur sie. Im Frühjahr 1945 wurde das Haus von den Amerikanern beschlagnahmt. Gerda Sylge, Tochter von Erwin Gesswein und und später selbst sehr bekannte Bauunternehmerin, kämpfte jahrelang darum, es wieder zurück zu erhalten. Erst sehr spät konnte es die Familie wieder ihr eigen nennen: Als letztes beschlagnahmtes Haus in Augsburg wurde es im Frühjahr 1957 wieder zurückgegeben. Gerda Sylge lebte in dem denkmalgeschützten Haus bis zu ihrem Tod 2006.

 

Jetzt gehört es der Familie Priller, die dort ihren Traum der „Riegele-Welt“ vollenden konnte. Und noch heute ist es so wie es der Westheimer Hobby-Historiker Gustav Guisez niederschrieb: „Jene Tage dieses Paradiesgartens sind vergangen, aber die Schönheit wohnt immer noch hier…“